Manchmal...

    • Danke dir!

      Und ja, natürlich stehen die Zeichen auf Sturm. Wenn ich nach Ungarn, Polen oder der Türkei schaue, graust es mir. Auch Russland ist kein schöner Anblick. In den USA greifen aber zumindest noch Check&Balances, Trump kann eben nicht einfach so wie er möchte.
      Und ich sehe neben Wahlen, friedlichen Demonstrationen und politischer Arbeit eigentlich wenig Optionen. Ein gewaltsamer Umsturz führt wahrscheinlich weniger zu dem gewünschten Ereigniss, wie man bei diversen Frühlingen sehen konnte.
      Von daher, was ist die Alternative? Wir müssen Kräfte wie die AfD bekämpfen, aber eben friedlich und mit den Mitteln des Rechtsstaates. Alles andere macht uns zu ihnen.
      Wobei ich durchaus der Meinung bin, das Artikel 20 Absatz 4 GG uns gewisse Spielräume gibt. Und ich, rein theoretisch, kein Problem mit einem neuen Elser hätte, wäre es abzusehen, das jemand wie Höcke sich hier demnächst als nächster Reichskanzler und -präsident etabliert und dabei ist das GG abzuschaffen. Aber das ist jedenfalls derzeit noch nicht zu befürchten, oder?
      "I do so enjoy my vork..." --- Heinrich Boerner
      "Everything's okay here folks. Nothing to see..." --- Roy Merritt - The Burning Man
    • ... gerne!

      ... müssen wir Kräfte wie die AFD bekämpfen. Stimmt das so?!
      Im Grundsatz sind das ja keine NPD- Mitläufer in Springerstiefeln und Bomberjacken. Das sind eigentlich ganz normale Bürger. Und das sind gar nicht soo wenig. Sind die schon bei 20%? Ich müsste googeln. Man könnte ihnen evtl. nachsagen, dass sie nicht über ihren Tellerrand hinausblicken, Dass das, was sie da vertreten, letztendlich zu kurz gedacht ist. Nebenbei rollen sich einem die Fußnägel auf, wenn man mal eine Diskussionsrunde im TV verfolgt und mitbekommt, was da für >alternative Fakten< (ich glaube, das wird mein Favorit für 2017) vom Stapel gelassen werden. Aber so ist nun mal die Demokratie... sie gehören dazu. Es wird ja niemand von der Wahl ausgeschlossen, der auf Populisten hereinfällt. Ich meine, das ist wohl genetisch bedingt. Ratten bevorzugen auch den kurzfristigen Vorteil.

      Aber ganz davon abgesehen, müssen wir uns nur umschauen. Nicht nur in Europa ist dieser Rechtsruck zu beobachten. Der Rückzug auf einen Nationalismus, wo doch der Zusammenhalt zwischen den Staaten gefragt ist, nicht nur um die Flüchtlingskrise zu meistern. Ich hätte nie gedacht, dass die Briten aus der EU aussteigen. Als ich am Morgen hörte, dass der Trump zum POTUS gewählt wurde, habe ich das erst für einen Scherz gehalten. Warum sollte Deutschland also eine Ausnahme sein. Es lässt sich sicherlichst trefflich über die Gründe debattieren, der Effekt lässt sich kaum übersehen und wegdiskutieren.

      Ja, wo ist die Alternative? Eigentlich müsste man den gemäßigten/ besonnen Kräften den Rücken stärken. Aber ich habe das ungute Gefühl, uns Angela hat in der Flüchtlingsfrage zu viel Feder lassen müssen. Größtenteils unverschuldet, wie ich meine. Grüne und FDP sind derzeit zu farblos unterwegs. Schauen wir doch einfach mal, wie sich der ohne Abitur, Schulz heißt er, glaube ich, noch profiliert.

      Was soll man zum Höcke noch sagen? Was er da von sich gegeben hat, bei besagter Rede in Dresden, ist schlichtweg Gedankengut der Neonazis. Ich weiß zwar nicht, wo er den "Gemütszustand eines total besiegten Volkes" sieht, aber auch er ist dem Irrtum aufgesessen, dass wir für etwas büßen und leiden müssen. Andenken bewahren, angesichts der faschistischen Strömungen, tut keinem weh und käme bei den Truppenverlegungen in Osteuropa gerade recht.

      Will der auch das GG abschaffen? Wir sollten vielleicht im Hinterkopf behalten, vor welcher Klientel er diese Rede gehalten hat. Die neuen Bundesländer scheinen für rechtes Gedankengut ohnehin empfänglicher zu sein. Was wohl nicht zuletzt der fehlenden Aufarbeitung des Nationalsozialismus unter dem Honecker- Regime geschuldet sein dürfte. Wenn die sich hingestellt und einen totalitäre Staat kritisiert hätten, wäre ihnen das, als Einheitspartei ohne Opposition, sofort wieder aufs Brötchen zurück gefallen. Und wer will das schon...

      ... ist demonstrieren keine schlechte Idee. Aber meiner Einschätzung nach ist die Petry von dem überzeugt, was sie da tut. Das bringt eine gewisse Merkbefreiung und Beratungsresistenz mit sich.

      ... habe ich genug geschrieben. Und gute Nacht!


      Wahrheit ist ein Chamäleon

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von elvira_unverzagt ()

    • Stimmt. Das wäre auch mal ein Thema, brauchen wir die Direktwahl des Bundespräsidenten? Ich bin mit der Wahl von Steinmeier nicht so wirklich glücklich. Zu viele Affären und moralisch fragwürdige Dinge belasten ihn.
      Aber ich glaube nicht das eine direkte Wahl irgendwas besser gemacht hätte.
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    • … wäre >Richter Alexander Hold< eine witzige Alternative gewesen.

      … hätte den, dank seiner Medienpräsenz, jeder gekannt.

      … ist Steinmeier eher langweilig… obsolet… indifferent.

      … ist der Bundespräsident für mich eigentlich kein ernsthaftes Thema, weil nicht systemrelevant. Also eher egal.

      … hat mich, soweit ich mich zurückerinnere, nur der Herzog als Person überzeugen können. Ich habe ihn als integren, authentischen, ehrlichen Zeitgenossen eingeschätzt. Die klassische Fehlbesetzung… ;)
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    • … hat man durchaus Verständnis dafür, wenn Westfalen zusammenhalten. Wuppertal und Münster liegen jetzt nicht soo weit auseinander.

      … war da aber auch noch diese feindliche Übernahme der Hoesch AG durch den wesentlich kleineren Krupp- Konzern. Finanziert durch die WestLB und da war Bruder- Johannes Ministerpräsident von NRW.

      … hmmm.
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